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Tarantella

Tarantella

Tarantella war für mich ein Körpergefühl bei dem alles fließen durfte, so ganz im „Sein.“ (Andrea)

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Was macht man, wenn es in der eigenen Kultur keine Heilungstanzrituale mehr gibt? Ich habe irgendwo gelesen, dass sich ein Kirchenmann im 13. Jahrhundert über rauschende Tanzfeste mit Beckenbewegungen beschwerte und sein „Kollegen“ aufforderte, diese Rituale zu unterbinden. Das heißt, dass „unsere“ Tradition irgendwo im Mittelalter verschollen ist.
Bleibt die Inspiration durch Tanztraditonen, die sich bis in die neuere Zeit erhalten haben. Aber: Es ist nicht möglich einfach Traditionen zu kopieren, sie aus ihrer kulturellen und sozialen Verankerung zu nehmen. Zumindest finde ich, dass es es dann leicht gewollt und künstlich wirkt.
Was ist denn ein Tanzritual? Klingt irgendwie dramatisch. Ich stelle es mir eher wie ein selbstverständliches Zusammenkommen vor. Es gibt Musik und Essen und man unterhält sich über dies und das. Je nach Hintergrund ist es anders – bei der Tarantella wurde das Ritual gemacht, wenn eine Frau „gebissen“ wurde (in eine psychische Krise geraten ist). Aber ist es nicht denkbar, dass alle einfach tanzen, was in ihnen ist? Mit Damasio wissen wir, dass die psychische Wahrheit im Körper steckt. Da ist der Ort, um wieder ins Gleichgewicht zu finden. Die Heilenden Kräfte im Tanz machen es möglich, eine Tarantella authentisch aus dem Jetzt heraus, in der Verbindung mit Körperwahrnehmung und Atem zu tanzen. Sich außerdem mit den Bildern eines Spinnentanzes verbinden: Gleichzeitig wie von der Tarantel gestochen tanzen und auch die Spinne selbst tanzen (das erinnert irgendwie an die Jungsche Traumdeutung, wo im Traum alle Personen Aspekte von sich selbst sind), alte einengende Netze zerreißen, neue lebensbejahende Netze spinnen… Die Bewegungen durch den ganzen Körper fließen lassen, wo vorher Verspannungen und und Blockaden den Bewegungsfluss unterbrochen haben. Wie das läuft ist ganz unterschiedlich: Da kann einfach Lebensfreude sich den Weg bahnen. Da ist es möglich, einen Schmerz zu spüren und auszudrücken. Da kommt vielleicht die runter geschluckte Wut. Das was da ist, im Gewebe sitzt, kommt. Ich weiß, dass Tarantella auch mit „hyperaktiven“ Kindern getanzt wird. Da darf dann mal die ganze Unruhe im Springen und Drehen hinaus… Das ist vielleicht auch für viele andere stressgeplagte Menschen was?

Wichtig an modernen Heilungstanzritualen ist, dass es niemanden mehr gibt, der sagt: so und so muss es gemacht werden. Es ist eine Hinwendung zu sich selbst, ein sich selbst spüren, fühlen wo „es“ sitzt, ein Experimentieren, was gut tut. Da lohnt es sich dann auch, mal neue Bewegungsmuster auszuprobieren.
Ich sehe am dritten Tag des Workshops wie die Bewegungen der Frauen wie Wellen durch ihre Körper laufen. Zusammen mit dem Licht in der Dunkelheit und der Heftigkeit hat es was von Feuer.
Die Wahrnehmung ändert sich. Wir machen einen Morgentanz auf den nebligen Feldern in Liersberg. Wir hängen Kopfüber und gucken zwischen unseren Beinen durch, nachdem mich eine Frau darauf aufmerksam gemacht hat, dass dann die schwarzen, getrockneten Blumen optisch auf einer Höhe mit den Bäumen sind. Eine Frau steht einfach im Nebel und erinnert mich in ihrer Aufrichtung und Präsenz an eine irische Amazone. (Irische Amazone?)
Stille gehört genauso zu Tarantella wie wilde Beckenbewegungen, Sprünge Drehungen, die Wände hochklettern… Die Frauen in der Jahresgruppe sagen: Du musst viel mehr den Wellness-Charakter deiner Angebote betonen, die „Passivität“, die Erholung, das leckere Essen (ein gemeinsam gebrachtes Buffet), das Klönen… Eine andere Frau hat mal gesagt: „So viel gelegen habe ich bei einem Tanzkurs noch nie!“ Ich muss auch an Urlaub denken. Sich zu erlauben mit dem Ursprünglichen da zu sein!

Rund ums Tanzen

Rund ums Tanzen

Rund ums Tanzen

Erst kam bei mir die Tanzbegeisterung und dann die Neugier: Was ist denn eigentlich das Besondere am Tanzen? Tanz ist ja ein echter „Allroundkönner“: Einfach zur Freude, „Fitmacher“, Haltungsschulung, Selbstentfaltung, Therapie, spirituelle Verbindung… In „ursprünglichen“ Kulturen ist zu sehen, dass Tanz als Umgangsmöglichkeit in der Gemeinschaft, in Ritualen zur Heilung und in religiösen Riten genutzt wird. In unserer Kultur hat Tanz keinen hohen Stellenwert mehr – und wenn, geht es um Technik und Perfektion. Und so ist es eine Herausforderung, Tanz als eine Möglichkeit, sich selbst wahrzunehmen, Freude zu erleben, sich auszudrücken, spielerisch und mit Leichtigkeit mit anderen zu kommunizieren, zurückzuerobern. So ein Feld zu betreten, wo es mal nicht im Leistung geht, sondern ums Sein…

Wir haben nun einen Blog

Wir haben nun einen Blog

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Willkommen in meinem Blog. Hier finden ab jetzt Themen Rund ums Tanzen, die Körperarbeit und der Verbindung zwischen Körper und Psyche Platz. Eine Möglichkeit, die Ankündigungen der Tanzangebote, die ich auf der Webseite mache, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Biologie, Psychologie…, mit Kreativität, Kunst, Links und Literatur und natürlich den Erfahrungen mit dem Tanzen zu verbinden. Ich bekomme Rückmeldungen zu meiner Werbung: Ich soll doch mal erklären, was ich mit Körperwahrnehmung meine. Die Bilder, die ich benutze, wären ja ziemlich „spacy“, obwohl, das, was ich anbiete, ganz schön handfest sei… Was denn da genau in meiner Fortbildung und den Workshops passiert?